Blut spenden

Wie lange darf man nach Blutspende kein Sport machen?

Bei einer Blutspende wird meist eine ziemlich dicke Nadel verwendet. Dadurch ensteht eine kleine Verletzung an der Vene. Nun wollte ich mal fragen, wann man die Vene wieder belasten darf, ohne die Gesundheit zu gefährden.

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Das kommt auf den Sport und das Pensum an

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Ich denke, dass man diese Frage nicht komplett pauschal beantworten kann. Jeder Fall ist individuell verschieden. Es hängt zum einen vom Gesundheitszustand des Spenders ab und zum anderen von der ausgeübten Sportart sowie der Intensität mit der die Sportart ausgeübt wird. 

 

Es sollte einleuchten, dass es wenig Sinn ergibt als Boxer nach nur wenigen Stunden einer Blutspende in den Ring zu steigen. Zum einen ist die Einstichstelle am Arm noch sehr frisch, wodurch bei heftigen Bewegungen der Armbeuge Komplikationen an der verletzten Vene auftreten können, zum anderen ist das Leistungsniveau durch den Blutverlust vorrübergehend deutlich herabgesetzt. Immerhin wird dem Körper ca. 500 Milliliter Blut entnommen, wodurch vorrübergehnd der Bluthaushalt geschwächt wird. Steigt man nun mit einem fitten Gegener in den Ring, so kann es zu schweren Verletzungen kommen, da man sein normales Leistungsniveau nicht halten kann. Joggt man allerdings ganz locker ohne Druck 15 Minuten noch am selben Tag der Blutspende, so stellt das für einen gesunden Menschen gar kein Problem dar. Allerdings gibt es da einige Empfehlungen. Man sollte z.B. vor und nach der Blutspende ausreichend essen und trinken. Der Körper kann auf diese Weise die verlorengegangenen Nährstoffe sowie Wasser des Blutkeislaufs schnell wieder ersetzen. Des Weiteren sollte man auf Kaffee und Alkohol ganz verzichten, da diese Substanzen dehydrierend wirken und dem Körper zusätzlich Wasser entziehen. Generell sollte man sein eigenes Befinden im Auge behalten. Fühlt man sich sehr matt, müde und geschafft, so sollte man auf eine Trainingseinheit noch am selben Tag verzichten.

 

Generell sollte man auf höhere sportliche Belastungen mindestens ein bis zwei Tage komplett verzichten. Auch die Einstichstelle der Nadel ist nach 1-2 Tagen schon einmal grob verheilt. Die Dauer der Heilung der Einstichstelle hängt aber letztendlich vom Alter und dem Gesundheitszustand des Spenders ab. Im Wesentlichen wird die Dauer der Verheilung der Einstichstelle und auch der Regeneration des Bluthaushalts vom genetischen Bauplan des Spenders bestimmt. Man kann aber pauschal sagen, dass die kleine Wunde durch den Einsticht sehr schnell verheilt, da nur sehr wenig Gewebe repariert werden muss und die Wundränder nicht ausgefranzt sind. Auch eine Quetschung des Gewebes liegt nicht vor.

 

Bei einigen Sportarten ist das Thema allerdings etwas komplizierter und auch ernster. Leistungssportler sollten dafür Rücksprache mit dem Hausarzt halten. Durch eine Blutspende sinkt im Allgemeinen das Leistungsniveau vorrübergehend rapide ab. Beim Leistungssport wird jedes Blutplättchen benötigt um Nährstoffe und Sauerstoff zu den Muskeln und zum Gehirn zu transportieren. Daher sollte man sich nach einer Blutspende keinsefalls überlasten. Eine Überlastung des Körpers ist aber generell nicht zu empfehlen. Nach einer Blutspende verstärkt sich aber die Gefahr einer Überlastung für einige Wochen. Es dauert gerade einmal 24 Stunden bis sich der Wasserhaushalt normalisiert hat. Das verloren gegangene Plasmaeiweiß, die Blutplättchen und die weißen Blutkörperchen werden binnen weniger Tage erneuert. Der Eisenverlust wird allerdings erst nach 8 Wochen wieder komplett ausgeglichen sein.  Diese Angaben variieren aber von Person zu Person ein wenig. Da sich der entstandene Eisenverlust erst nach 8 Wochen wieder ausgleicht, ist die Zeitspanne zwischen zwei zullässigen Vollblutspenden auch auf 8 Wochen angesetzt. Bei der Frau, die auf Grund der Menstruation monatlich ca. 65 Milliliter Blut verliert, beträgt die zulässige Zeitspanne zwischen 2 Vollblutspenden 3 Monate.

Literatur: 

Spektrum.de - Wie lange dauert die Erneuerung des Bluts nach einer Blutspende?

Abrufdatum: 25.06.2018

dr-grupert.de - Sport nach Blutspenden

Abrufdatum: 25.06.2018

Bildnachweis: 

Wikipedia - By Electron Microscopy Facility at The National Cancer Institute at Frederick (NCI-Frederick) ([1]) [Public domain], via Wikimedia Commons

Autoreninformation: 

Andreas Schreyer

Denickestraße 3

21073 Hamburg

Staatlich geprüfter Lebensmitteltechniker

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Wie oft darf man Blut spenden im Jahr?

Ich wollte mal fragen, wie oft man im Jahr Blut spenden darf und was man dabei beachten sollte. Gibt es negative Auswirkungen auf die Gesundheit, wenn man zu oft Blut spendet?

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Entscheidend ist der Hämoglobin-Wert

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Bei einer Blutspende wird auch der Hämoglobin-Wert ermittelt. Hämoglobin ist ein Blutfarbstoff, der viel Eisen enthält. Das im Hämoglobin enthaltene Eisen ist für die Neubildung von roten Blutkörperchen von großer Bedeutung. Bei gesunden Menschen existiert eine Eisenreserve im Körper. Es dauert allerdings dennoch ca. 2 Monate nach einer Blutspende bis der Eisenverlust wieder komplett ausgeglichen ist. Frauen verlieren aufgrund der Menstruation ca. alle 28 Tage 50 bis 65 Milliliter Blut. Aufgrund dieses regelmäßigen Blutverlustes leiden Frauen eher an Eisenmangel als Männer. Deshalb dürfen gesunde Frauen auch nur bis zu 4 Mal im Jahr Blut spenden. Männer dürfen hingegen bis zu 6 Mal Blut spenden. Ist der Hämoglobin-Wert allerdings zu gering, so kann eine Blutspende nicht durchgeführt werden. Dies dient dem Schutz des Blutspenders.

 

Der Körper verliert bei einer Blutspende ca. 500 Milliliter Blut. Das Blut enthält nicht nur Eisen, sondern auch andere Nährstoffe. Des Weiteren verliert man bei einer Blutspende ca. 800 Kalorien. Auch der Wasserhaushalt wird durch eine Blutspende vorübergehend geschwächt. Deshalb sollte man auch vor und nach der Blutspende ausreichend trinken und Essen. Dies hilft dem Körper den Wasserhaushalt zu regulieren und die Nährstoffe wieder aufzufüllen. Das Blut erneuert sich dann in ungefähr 60 Tagen wieder. Dafür benötigt der Körper auch wieder ca. 2000 bis 3000 Kalorien. Insgesamt benötigt der Körper also für eine Blutspende ca. 3000 - 4000 Kalorien. Des Weiteren werden auch auf diese Weise Schadstoffe aus dem Körper geleitet. 

 

Literatur: 

blutspendedienst.com - Wissenswertes: Warum darf man innerhalb eines Jahres nur 4 bzw. 6 Mal Blut spenden?

Abrufdatum: 24.06.2018

Wikipedia - Menstruation

Abrufdatum: 24.06.2018

rundschau-online.de - Frischzellenkur in acht Minuten

Abrufdatum: 24.06.2018

Gewerblicher Benutzer: 
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Es gibt noch weitere Einschränkungen

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Es gibt aber noch weitere Einschränkungen. Wer Blut spenden darf, ist im Transfusionsgesetz geregelt. Dieses Gesetz wurde 1998 beschlossen, da sich durch HIV verseuchte Blutkonserven einige tausend Patienten mit HIV infiziert hatten. Nach dem Transfusionsgesetz darf jeder gesunde Erwachsene, der mindestens 18 Jahre alt ist, Blut spenden. Das maximale Spenderalter beträgt 68 Jahre. Der Arzt kann aber auch nach individueller Entscheidung eine Blutspende nach dem 68 ten Lebensjahr zulassen. Zukünftig sollen Blutspenden bis zu einem Spenderalter von 72 Jahren zulässig sein. Erstspender können nach individueller Entscheidung des Arztes Blut bis zu einem Spenderalter von 64 Jahren zugelassen werden. Auch das Gewicht eines Spenders spielt eine Rolle. Der Spender sollte mindestens 50Kg auf die Waage bringen, um als Spender zugelassen zu werden. Des Weiteren darf während einer Schwangerschaft und bis zu 6 Wochen nach der Entbindung kein Blut gespendet werden. Auch nach manchen Impfungen, Auslandsaufenthalten in Ländern mit erhöhtem Infektionsrisiko sowie kurz nach einer einfachen Erkältung darf nicht gespendet werden. Bei Tätoovierungen und Piercings sowie bei Akkukunkturbehandlungen soll mindestens vier Monate bis zur nächsten Blutspende gewartet werden. Des Weiteren dürfen homosexuelle Männer, weibliche und männliche Prostituierte, transsexuelle sowie heterosexuelle die häufig Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern haben kein Blut spenden. Allerdings ist dieses Verbot auf 1 Jahr beschränkt. Ändern diese Risikogruppen Ihr sexuelles Verhalten über einen Zeitraum von einem Jahr, so ist eine Blutspende auch wieder zulässig. Hintergrund dieses Verbots ist, dass in den genannten Gruppen ein verstärktes Risiko für Geschlechtskrankheiten wie HIV oder aber auch für Hepatitis C besteht.

 

Zulassungsbedingungen zur Blutspende:

  • guter gesundheitlicher Zustand
  • keine Infektionskrankheiten
  • mindestens 18 Jahre
  • nicht älter als 68 Jahre, in Ausnahmen bis 72 Jahre
  • mindestens 50 Kg Körpergeiwcht
  • Schwangere bis 6 Wochen nach der Entbindung
  • Homosexuelle (aktiv innerhalb des letzten Jahres)
  • männliche und weibliche Prostituierte (aktiv innerhalb des letzten Jahres)
  • Heterosexuelle mit häufig wechselnden Sexualpartnern (aktiv innerhalb des letzten Jahres)
  • 4 Monate Zwangspause bei Tätoovierungen, Piercings und Akkupunkturbehandlungen
  • kurz nach einer einfachen Erkältung

 

Literatur: 

blutspende-nstob.de - Änderung der Altersgrenze

Abrufdatum: 24.06.2018

wdr.de - Wie oft proJahr kann gespendet werden?

Abrufdatum: 24.06.2018

Spiegel.de - Weniger junge Blutspender, mehr ältere Empfänger

Abrufdatum: 24.06.2018

Bildnachweis: 

Wikipedia By User:Sansculotte (self-drawn) [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

 

Autoreninformation: 

Andreas Schreyer

Denickestraße 3

21073 Hamburg

Staatlich gerüfter Lebensmitteltechniker

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Individuelle Wachstumsfaktoren berücksichtigen

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Ich denken man sollte zudem sich selber und seine eigene Geundheit genau kennen und reflektieren, ob man in der Lagen ist Blut zu spenden. Letzendlich hängt auch die Regeneration vom Blut im Knochenmark von einem individuell verschiedenen Erbfaktor ab. Des Weiteren spielt der Gesundheitszustand und das Alter eine Rolle. Blut wird unter Einflussnahme einer ganzen Reihe an individuell ganz verschiedenen Wachstumsfaktoren im Knochenmark gebildet. Im Knochenmarkt entstehen in einem Reifungsprozess Blutkörperchen (Erythrozten), Blutplättchen (Thrombozyten) und ein Großteil der weißen Blutzellen (Leukozyten). Die Anreicherung des Bluts mit Nährstoffen hat zum Teil auch externe Begünstigungsfaktoren, wie eine gesunde Ernährung. 

Literatur: 

kinderblutkrankheiten.de - Wo und wie entsteht Blut?

Abrufdatum: 27.06.2018

Gewerblicher Benutzer: 
Nein