Überanstrengung

Ist eine Überanstrengung beim Sport gesundheitsschädlich?

Ich betreibe Sport. Genau genommen so eine Art Kampfsport. Der Kurs den ich häufig mache nennt sich Fit Fight. Das macht auch Spass und eigendlich hält das auch fit. Allerdings habe ich das Problem, das ich häufig zu viel von mir erwarte. Ich bin 42 Jahre alt und manchmal power ich mich dermaßen aus, dass ich mir nicht mehr sicher bin, ob das tatsächlich noch Gesund sein kann. Ich wollte hier einmal diese Thematik in der Communty erörtern.

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Das hängt vom Gesunheitszustand ab

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10 Tipps für gesunden Sport

  • Höchstleistungen vermeiden
  • Ausreichend Wasser trinken
  • Verletzungsrisiko der Sportart und deren Ursache kennen
  • auf keinen Fall länger als 45 Min den Körper überlasten
  • Warnsignale des Körpers keinesfalls ignorieren
  • generell sportliche Überlastung vermeiden
  • Haltungstipps von Trainern etc. ernst nehmen
  • Bei Virusinfektion auf keinen Fall Sport treiben
  • Bei Zahnwurzelentzündungen auf keinen Fall Sport treiben
  • sportmedizinische Untersuchung beim Arzt machen

 

Man sollte Sport grundsätzlich bewusst betreiben. Wenn man krank ist, dann sollte man kein Sport treiben. Bei bestimmten Krankheitsbildern kann Sport sogar sehr gefährlich sein. Es hängt natürlich immer auch davon ab, welche Sportart unter welcher konkreten Belastung ausgeübt wird und unter was für einer Krankheit man leidet. Auch der Schweregrad der Krankheit spielt eine Rolle. Grundsätzlich sollte man bei Viruserkrankungen, Zahnwurzelentzündungen und bestimmten Herzkrankheiten gar kein Sport treiben. Es gibt aber auch noch unzählige andere Krankheitsbilder, die das Sport treiben einschränken oder sogar unmöglich machen. Soviel ist klar: Wenn man krank ist und sich zudem beim Sport überstrapaziert, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man davon einen gesundheitlichen Schaden erleidet, der im schlimmsten Fall sogar bis zum Tod führen kann.

 

Es gibt immer wieder Fälle vom plötzlichen Herztod, wo Sportler während des Sports einfach Tod umfallen. Laut einem Bericht von der Deutschen Herzstiftung ist Sport in vielen Fällen aber sehr gut geeignet, um das Risiko eines plötzlichen Herztodes zu senken. Zwar steigt während des Sports die Belastung und damit auch die Gefahr eines plötzlichen Herztodes, allerdings kräftigt Sport das Herz langfristig. In der Summe übersteigt der Nutzen durch Sport die Risiken. In den meisten Fällen liegt eine unerkannte Herzkrankheit vor, die zu einem plötzlichen Herztod führt.

 

Laut einem Bericht von Zeit Online kann eine Überlastung über mehrere Stunden pro Trainingseinheit hinweg und über viele Jahre das Herz krank machen. Bei hoher Belastung pumpt das Herz eine enorme Menge Blut durch den Blutkreislauf. Bis zu 35 Liter werden dann im Extremfall pro Minute durch die Blutbahn gepumpt. Das ist bis zu 7-mal so viel wie im Ruhezustand. Belastet man sein Herz nur für eine halbe bis dreiviertel Stunde, so sei dies kein Problem. Hält diese Belastung allerdings über ein bis zwei Stunden an, so können die Vorhöfe und die rechte Herzkammer aber so stark anschwellen, so dass sich kleine Risse im Herzmuskel bilden können. Diese Risse heilen zwar schnell wieder ab. Hält diese Belastungsgewohnheit allerdings über mehrere Jahre an, so kann sich dadurch das Gewebe im Herzmuskel verhärten, wodurch es zu Herzrhythmusstörungen kommen kann. Im schlimmsten Fall kann dadurch ein Herztod hervorgerufen werden. Es ist also wichtig die Anstrengung beim Sport seinem eigenen Leistungsvermögen anzupassen. Man sollte sich nicht überfordern und schon gar nicht über viele Jahre hinweg.

 

Ein weiterer Aspekt ist, dass Sport für einen kurzen Zeitraum das Immunsystem schwächt. Zunächst wird das Immunsystem durch Sport aktiviert. Der Körper baut eine Art Schutzmechanismus auf, d.h. der Körper reagiert auf die Anstrengung mit einer zeitweisen Entzündungsreaktion. Stresshormone wie Adrenalin und Kortisol werden freigesetzt. Die Zahl der körpereigenen Abwehrzellen steigt rapide an, um die kleinen Schäden in der Muskulatur, die durch den Sport passieren, zu reparieren. Nach einer zu intensiven Trainingseinheit wird das Immunsystem überstrapaziert. Das Immunsystem verliert an Kraft. Dadurch entsteht eine Lücke, die Mediziner als open window bezeichnen. Für Menschen, die bereits einen Infekt in sich tragen ist das gefährlich, da Infektionen diesen Zustand der Instabilität des Immunsystems ausnutzen können, um sich im Körper auszubreiten. Gelangen diese Erreger dann zum Herzmuskel, so können diese sich dort festsetzen und für eine Herzmuskelentzündung sorgen. Eine Herzmuskelentzündung ist keinesfalls harmlos. Als Folgeerkrankung kann es zu Herzinsuffizienz und Herzmuskelstörungen kommen.

 

Darüber hinaus wird bei einer Überanstrengung der gesamte Körper überlastet. Knochen, Sehnen und Gelenke werden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen und das Verletzungsrisiko steigt. Wenn die Muskulatur nach zu intensiven Training zu schwach wird, um Erschütterungen auszugleichen, dann übernehmen diese Funktion Sehnen und Knochen. Auch die Gelenke werden bei übermäßiger Belastung verschlissen.

 

Ein weiterer wesentlicher Aspekt beim Sport ist die richtige Körperhaltung bzw. Technik. Wenn man z.B. beim Schwimmen den Kopf immer krampfhaft weit aus dem Wasser streckt, dann kann das unter Umständen zu Verletzungen und Überbelastungserscheinungen an der Nackenmuskulatur führen. Beim Boxen sollte man z.B. den Arm nicht komplett durchstrecken. Das kann dazu führen, dass Verletzungen am Ellenbogengelenk vorkommen. Beim Fußball passieren z.B. auch sehr häufig Verletzungen am Sprunggelenk und an den Kniegelenken. Dies erklärt sich durch die häufigen Rotationsbewegungen. Viele Sportler überschätzen hier Ihre körperlichen Fähigkeiten. Jede Sportart hat meist ein Paar Grundregeln in Bezug auf die Haltung und Technik. Selbst beim Aufwärmen und Dehnen kann man sich verletzen. Auch hier sollte man seine Grenzen kennen und sich langsam rantasten. Wenn man noch nicht richtig warm ist und sofort Höchstleistungen vom Körper abverlangt, dann sind folgenschwere Verletzungen vorprogrammiert.

 

Es ist also sehr wichtig, dass man Sport mit bedacht ausübt. Man muss die Warnsignale des Körpers verstehen und immer wieder neu bewerten. Es gibt eindeutige Warnsignale, die man nicht ignorieren sollte. Schmerz ist immer ein eindeutiger Indukator für Verletzungen und Entzündungen im Körper. Wer dieses Warnsignal ignoriert, läuft Gefahr sind ernsthaft zu verletzen. Wenn man darüber hinaus merkt, dass die Belastungsgrenze an einem bestimmten Tag schneller erreicht ist, dann sollte man auch das nicht ignorieren. Das kann auch ein Indikator dafür sein, dass etwas nicht so läuft, wie es laufen sollte. Der Körper hat viele Schutzmechanismen schon von Natur aus gegeben. Man sollte allerdings nicht alles daran tun diese Schutzmechanismen auszutricksen. 

 

Sport in Maßen ist überaus Gesund. Es beugt ganz unterschiedlichen Krankheiten vor. Sport stärkt das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem und den gesamten Körper. Eine stärkere Körpermuskulatur kann vor schweren Verletzungen bei Stürzen schützen. Sport hat sehr viele Vorteile für die Gesundheit. Wer darauf achtet die Trainingseinheiten nicht zu übertreiben und die Trainingsintensität an sein eigenes Leistungsniveau anzupassen, der profitiert ganz enorm von sportlichen Aktivitäten.