Hat ein Schichtarbeiter einen Anspruch auf eine Kur?

Ich habe gehöhrt, dass wenn man im Schichtdienst arbeitet einen generellen Anspruch auf eine Kur hat. Ist das richtig? Oder kann einen eine Kur trotzdem verweigert werden, obwohl man schon jahrelang im Schichtdienst arbeitet?

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Es gibt keinen generellen Anspruch auf eine Kur

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Es gibt keinen generellen Anspruch als Schichtarbeiter auf eine Kur. Es ist so geregelt, dass der Arzt eine medizinische Notwendigkeit feststellen muss, damit eine medizinische Rehabilitation genehmigt wird. Jeder kann eine Kur alle 4 Jahre beantragen. Da allerdings Schichtarbeiter schon gesundheitlich stark belastet werden und dies auch die Ärzte wissen, sollte man als langjähriger Schichtarbeiter keine Probleme bekommen eine Kur genehmigt zu bekommen. Allerdings muss schon ein medizinischer Grund vorliegen, wie z.B. psychische oder physische Leiden. Ganz ohne medizinischen Grund wird man eine Kur wohl nicht genehmigt bekommen. Einen generellen Anspruch auf eine Kur gibt es auch für Schichtarbeiter nicht.

 

Für die medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen der Arbeitnehmer sind in der Regel die Rentenversicherungen von Bund und Ländern zuständig. Die Finanzlage der Rentenkassen ist alles andere als rosig. Es wird also nicht unbedingt leicht eine Kur genehmigt zu bekommen. Einfach nur zu behaupten, dass man schlecht schlafen kann reicht da bei Weitem nicht aus. Es gibt kein Recht auf eine Kur. Das ist Unsinn. Wer ständig unter psychischen oder physischen Beschwerden leidet, der gefährdet seine Arbeitskraft. Nicht richtig auskurierte Krankheiten können den Arbeitgeber sowie den Renten- und Krankenkassen viel teurer werden als eine Kur von einigen Wochen. Die besten Aussichten auf die Bewilligung einer Kur hat derjenige dessen Erwerbsfähigkeit gefährdet ist. Die Kranken- und Rentenkassen haben ein großes Interesse den Arbeitnehmer wieder fit zu bekommen, da sonst weit aus höhere Kosten auf sie zukommen können.

 

Wer die medizinische Rehabilitation bewilligt bekommt, der muss lediglich pro Tag 10€ zuzahlen. Den Rest der Kosten übernimmt die Kranken- oder Rentenkasse. Die jeweilige Versicherung übernimmt die Kosten für die An- und Abreise, für die Unterbringung und selbstverständlich auch für die Behandlung. Für Arbeitnehmer ist in der Regel die Rentenkasse zuständig. Der Arbeitnehmer muss auch kein Urlaub für die Tage der Kur beantragen. Die Anzahl der Tage auf Reha werden als Krankentage angerechnet. Der Arbeitslohn wird auch weiterhin gezahlt, das ist sogar gesetzlich geregelt.

 

Viele Arbeitgeber sehen nicht die Notwendigkeit einer Kur. Es ist manchen Arbeitgebern nicht bewusst, dass die Leistungsfähigkeit eines Arbeitnehmers auch entscheidend vom Gesundheitszustand abhängig ist. Sie klagen über die Kosten und die Ausfallzeit. In dieser Zeit muss Ersatz für den Arbeitnehmer beschaffen werden oder die anderen Arbeitskollegen müssen die Arbeiten des fehlenden Arbeitnehmers übernehmen. Manche Arbeitnehmer mussten deshalb schon oft Repressalien vom Arbeitgeber einstecken. Das ist leider die traurige Realität.

 

Literatur: 

tagesspiegel.de - Urlaub vom Job

Abrufdatum: 30.06.2018

Bildnachweis: 

Wikipedia - By Norbert Kaiser (English: own work.Deutsch: eigene Aufnahme.) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

 

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